
Allgemeines
Das meiste Wissen über die altägyptische Medizin haben wir von den Ägyptern selbst überliefert bekommen, und zwar in Form einiger Ostraka (=beschriebene Tonscherben) und mehrerer medizinischer Papyri (siehe Liste). Allerdings sind die Dokumente nicht sehr zahlreich und von unterschiedlichem Wert.
Durch eine Inschrift aus der 5. Dynastie (2470-2320 v. Chr.) wissen wir, daß die Ärzte schon damals über Papyri fachwissenschaftlichen Inhalts verfügt haben. Als sein Chefarchitekt, Uash-Ptah, erkrankt war, rief der Pharao Neferirkare den Obersten der Ärzte herbei und »befahl, die Truhe mit den Büchern zu bringen«.Der Papyrus Ebers stellt das älteste bekannte »Buch« dar. Er stammt aus einer Raubgrabung und konnte durch den Ägyptologen Georg Ebers im Jahr 1873 um eine hohe Geldsumme für das Museum der Stadt Leipzig erworben werden, wo er sich noch heute befindet. Er datiert vom Beginn der 17. Dynastie und ist außerdem der umfangreichste Papyrus, der der Wissenschaft zugänglich ist. Auf 18.63 Metern enthält er 108 Spalten (Nr. 1 bis 110; Nr. 28/29 übersprungen) und 877 Einzeltexte in Form von Rezepten und anderen kurzen Texten, die manchmal keine erkennbare Ordnung aufweisen. Ein Großteil kopiert Werke des Alten Reiches (2660-2160 v. Chr.; 3. bis 6. Dynastie), andere Vorschriften stellen persönliche Beiträge des Schreibers dar. Einige zusammenhängende Passagen werden durch Kapitelüberschriften wie die folgenden eingeleitet: »Grundlage des ärztlichen Geheimnisses: das Wissen über die Bewegung des Herzens und die Kenntnis des Herzens selbst«, ein kurzer Lehrtext über die Anatomie und Physiologie des Herzens; aus heutiger Sicht alles andere als auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.
Im ganzen ist der Papyrus Ebers also mehr eine Formelsammlung als eine Abhandlung über die klinische Behandlung.
"Technische" Daten
Name: benannt nach dem Erwerber, dem Ägyptologen Georg Ebers
Erworben: 1873 in Theben, Ägypten
Datierung: letztes Viertel des 16. Jahrhunderts v.Chr.
Maße: 18,63 x 0,30 Meter (zur Handhabung in 29 Fragmente zertrennt)
Sprache: Ägyptisch
Schrift: Hieratisch, von rechts nach links; geschrieben mit schräg gekapptem Binsenstengel in schwarzer und roter Tinte
Erhaltung: Sehr gut! Das Alter von 3600 Jahren sieht man ihm nicht an. Nicht einmal die Auslagerung in eine Hundehütte während des zweiten Weltkrieges hat die Konsistenz und Farbkraft der Tinte beeinträchtigt.
![]()
Kolumnen 83-85Folgende Kolumnen wurden beschädigt bzw. liegen nur fragmentarisch vor:
Folgende Kolumnen sind im 2. Weltkrieg verloren gegangen:
- 54, 56, 94, 109
- 48, 49, 55, 80-82, 93/110, 98/106, 99, 100/104, 101, 102/103, 105
(Die Zahlengruppierungen, z.B. 93/110 ergeben sich aus der Tatsache, daß Kol. 103-110 auf die Rückseite von Kol. 102-93 geschrieben wurden.)
Die Gliederung
Nr. 1-3 1,1 - 2,6 Begleitsprüche beim Auflegen und Lösen eines Verbandes und beim Trinken von Heilmitteln Nr. 4-103 Heilmittel bei Bauchkrankheiten Nr. 104-120 Salben bei Hautkrankheiten Nr. 121-187 27,5 - 36, Rezepte gegen Schmerzstoffe und Erkrankungen der Verdauungswege Nr. 188-220 36,4 - 44,12 Lehrtexte und Rezepte für Magenleiden Nr. 221-260 44,13 - 48,20 Rezepte gegen dämonische Krankheit; Kopfschmerzen (dazwischen Nr. 251 über die Rhizinuspflanze) Nr. 261-283 Heilmittel bei Harnstörungen Nr. 284-300 Heilmittel bei Eß- und Verdauungsstörungen Nr. 301-304 einzelne Rezepte Nr. 305-335 53,1 - 55,20 Heilmittel gegen Husten und Asthma Nr. 336-431 55,20 - 64,5 Heilmittel gegen Augenleiden Nr. 432-436 Rezepte gegen Bißwunden Nr. 437-450 64,14 - 65,7 Rezepte gegen Ausschlag am Kopf Nr. 451-476 65,7 - 67,7 Rezepte zur Haarbehandlung (Ergrauen, Haarausfall, Haarwuchs) Nr. 477-481 67,7 - 67,16 Heilmittel für die Leber Nr. 482-542 67,17 - Heilmittel für Brandwunden, Schläge, Wunden und deren Folgen Nr. 543-602 Heilmittel für Blasen, Geschwüre und Schwellungen Nr. 603-626 76,19 - Heilmittel für Bein, Finger und Zehen Nr. 627-696 79,5 - Heilmittel für die Behandlung der Gefäße Nr. 697-704 85,16 - 86,3 Heilmittel gegen Erkrankungen der Zunge Nr. 705-707 Heilmittel gegen Krampf aufgrund Harnverhaltens Nr. 708-738 Heilmittel für die Körperoberfläche Nr. 739-749 89,2 - 89,15 Zahnbehandlung Nr. 750-756 Heilmittel gegen Krankheiten, die von Dämonen ausgelöst werden Nr. 757-760 Heilmittel für die Behandlung der rechten Bauchhälfte (Leber) Nr. 761-781 90,14 - Heilmittel für Nase, Ohren und Kopf Nr. 782 Heilmittel gegen Kindergeschrei Nr. 783-837 Gynäkologisches Nr. 838-839 Prognosen über die Lebensfähigkeit Neugeborener Nr. 840-853 Praktische Tips für den Hausgebrauch Nr. 854-856 99,1 - 103,18 Abhandlung über Herz und Gefäßsysteme Nr. 857-877 Lehrtexte gegen Geschwülste
pEbers 1 (Kolumne 1, Zeile 1 - Kolumne 1, Zeile 11)
Hieroglyphen-Transliteration Anfang vom Spruch für das Auflegen eines Heilmittels auf irgendein Körperglied eines Mannes: Ich bin herausgekommen aus Heliopolis zusammen mit den Großen des großen Hauses, den Herren des Schutzes, den Herrschern der Ewigkeit. Und schließlich bin ich herausgekommen aus Sais zusammen mit der Mutter der Götter. Sie haben mir ihren Schutz gegeben, denn Sprüche sind bei mir, die die Allherrin erschaffen hat, um zu beseitigen die Einwirkung eines Gottes, einer Göttin, eines Toten oder einer Toten - beliebig fortzusetzen -, welche in diesem meinem Kopf, in diesem meinem Nacken, in diesen meinen Schultern, in diesem meinem Fleisch und in diesen meinen Körpergliedern sind, um zu bestrafen den Verleumder, den Obersten derer, die eintreten lassen eine Störung in dieses mein Fleisch, Dumpfheit in diese meine Körperglieder, als etwas, das eintritt in dieses mein Fleisch, in diesen meinen Kopf, in diese meine Schultern, in (diesen) meinen Körper und in diese meine Körperteile.
Ich gehöre Ra, der sagt: Ich bin es, der ihn schützen wird vor seinen Feinden. Sein Führer ist Thot, der veranlaßt, daß die Schrift redet. Er macht ein medizinisches Kompendium, er gibt nützliche Kenntnis den Wissenden, (d.h.) den Ärzten, die hinter ihm sind, um zu erlösen (den Kranken), von dem ein Gott wünscht, daß er ihn am Leben erhält. Ich bin einer, von dem ein Gott wünscht, daß er Dich am Leben erhält.
Werde gesprochen während des Auflegens eines Heilmittels auf irgendein Körperglied eines Mannes, das krank ist. Wirklich vorzüglich, Millionen Mal.
pEbers 24/25 (8,3 - 8,16)
Ein anderes Heilmittel für den Bauch:
Snj-tA-Frucht 1/4
gngnt-Pflanze 1/4
sam-Pflanze 1/4
süßes Bier zu 15
zu einer einheitlichen Masse machen,
kochen, durchpressen und trinken an einem Tage. (Dann) veranlassen, daß der Mann alle Anhäufungen ausscheidet, die in seinem Bauch sind. (pEbers 24)
Ein anderes (Heilmittel), um zu entleeren den Bauch und zu beseitigen das Leiden im Bauch des Mannes:
Samen der Rizinuspflanze;
kauen und herunterspülen mit Bier,
so daß alles herauskommt, was in seinem Bauch ist.
(pEbers 25)
Hieroglyphen-Transliteration pEbers 41 (13,16 - 13,21)
Hieroglyphen-Transliteration Ein anderes (Heilmittel) für das Beseitigen von irgendwelchen Krankheiten im Bauch: Geröstete Feigen, benetzen mit Behen-Öl; Rosinen, ebenso; Samen der Snj-Frucht, ebenso; zu einer einheitlichen Masse mischen; zu essen vom Manne, in dessen Bauch Krankheiten sind; veranlassen, daß er trinke.
pEbers 104/105 (25,11-25,15)
Anfang von den Salbmitteln für das Beseitigen der wHAw-Hautkrankheit: jnr-spdw-Mineral, Milch, reines Öl; damit salben an vier Tagen. (pEbers 104)
Ein anderes Salbmittel: Blatt der Dornakazie, sA-wr-Harz, jnr-spdw-Mineral, tA-Flüssigkeit der Wäscher, rotes Natron, Honig, Fett; damit salben. (pEbers 105)
pEbers 131 (30,6 - 30,17)
Beschwörung der Schmerzstoffe:
Es sind die Schmerzstoffe, die aus der Anschwellung(?) kommen, oft: Ein Buch, das keine Schrift hat, durch meine beiden Arme. Ich zertrete Djedu, ich bringe Mendes zum Einsturz. Ich steige auf zum Himmel, auf daß ich sehen möge, was dort geschieht. Nichts wird in Abydos getan, um zu beseitigen die Einwirkung eines Gottes, die Einwirkung einer Göttin, die Einwirkung von männlichen Schmerzstoffen, die Einwirkung von weiblichen Schmerzstoffen, die Einwirkung eines Toten, die Einwirkung einer Toten, - beliebig fortzusetzen -, die Einwirkung von allen bösen Dingen, die in diesem meinem Körper sind, in diesem meinem Fleisch und in diesen meinen Körpergliedern.
Wenn sich aber beseitigen die Einwirkung eines Gottes, die Einwirkung einer Göttin, die Einwirkung von männlichen Schmerzstoffen, die Einwirkung von weiblichen Schmerzstoffen, die Einwirkung eines Toten und einer Toten, - beliebig fortzusetzen -, die Einwirkung von allen bösen Dingen, die in diesem meinem Fleisch sind, in diesem meinem Körper, in diesen meinen Körpergliedern; nicht werde ich sagen, nicht werde ich wiederholt sagen: Brich Dich aus! Speie Dich aus! Vergehe wie entstanden!
Es werde viermal gesprochen, es werde auf die schmerzende Stelle des Mannes gespien. Wirklich vorzüglich, millionenfach.
pEbers 189 (36,17 - 37,4)
Wenn Du einen Mann untersuchst, der an seinem Magen leidet, jedes Körperglied an ihm ist belastet wie beim Auftreten von Müdigkeit, dann legst Du Deine Hand auf seinen Magen. Und wenn Du seinen Magen trommelartig findest, er geht und kommt unter Deinen Fingern, dann sollst Du dazu sagen: Das ist die Trägheit der Nahrung, die ihn nicht weiter essen läßt.
Dann bereitest Du für ihn irgendein Abführmittel, (z.B.) Kerne der Dattel, durchgepreßt in geronnenem Bier, und seine Eßlust kehrt zurück.
Wenn Du ihn untersuchst, nachdem dies getan ist, und Du findest seine Körperseite warm und seinen Bauch kalt, dann sollst Du sagen: Die Trägheit ist abgegangen.
Dann läßt Du ihn seinen Mund bewahren vor jeglichem gebratenen Fleisch.
pEbers 190 (37,4 - 37,10)
Wenn Du einen Mann untersuchst, der an Verstopfung leidet, der Hustenanfälle hat, während sein Leiden ist unter seinen Körperseiten wie Kotklumpen, dann sollst Du dazu sagen: Das sind Wölbungen zu seinen Seiten, während sein Magen sich verengt hat.
Dann sollst Du für ihn bereiten wirksame Mittel zum Trinken, (z.B.) frischen Brei, gegart in Öl und Honig, 1/32 sam, 1/16 Snj-Samen, 1/8 SASA. Das gibst Du auf ihn (=den Brei) und kochst es zu einer einheitlichen Masse, die an 4 Tagen getrunken werde.
Wenn Du ihn danach untersuchst, und Du findest ihn im Zustand seines Leidens wie beim ersten Mal, dann bedeutet es, daß er gesund wird.pEbers 191 (37,10 - 37,17 = 38,10 - 38,17)
Wenn Du einen Mann untersuchst, der an seinem Magen leidet, der an seinem Oberarm leidet und an seiner Brust auf der Seite seines Magens, wozu man sagt: Dies ist die wAD-Krankheit (="grüne Gesichtsfarbe"?). Dann sollst Du dazu sagen: Etwas ist eingetreten in den Mund! Der Tod ist es, der ihm naht.
Dann bereitest Du ihm aufputschende Mittel aus Kräutern, (z.B.) 1 Teil Erbsen, 1 Teil njwjw, 1 Teil jnnk, 1 Teil dSrw der sXt-Frucht; dies werde gekocht in Öl und vom Mann getrunken.
Dann legst Du Deine Hand auf ihn, indem sie gebeugt ist, so daß es dem Oberarm besser geht, bis er schließlich frei von Leiden ist. Dann sollst Du sagen: Dieses Leiden ist abgegangen zum Mastdarm und zum After. Nicht werde dieses Mittel jemals wiederholt.pEbers 192 (37,17 - 38,3 = 38,17 - 39,2)
Wenn Du einen Mann untersuchst, der an seinem Magen leidet, er erbricht häufig: Wenn Du findest es, indem es vorn an ihm ist, seine Augen sind entzündet und seine Nase, sie läuft. Dann sollst Du dazu sagen: Es sind Fäulnisprodukte seiner Schleimstoffe, nicht wollen sie herabsteigen zu seinem Beckenraum als seine Schleimstoffe.
Dann sollst Du ihm bereiten: Weizenkuchen und sehr viel sam, dann ein Maß gefüllt mit Zwiebeln darauf gegeben und in Bier als Arznei verabreicht, dazu fettes Fleisch vom Rind, und es werde gegessen vom Manne, werde heruntergespült mit Extra-Opferbier, so daß sich seine beiden Augen öffnen, so daß seine xnt-Krankheit schwindet, indem sie herabsteigt als Schleimstoffe.
- Faksimile der Kolumne 39 -
18.11.2002
pEbers 250 (47,14 - 47,15)
Ein anderes (Heilmittel) für die Krankheit der Hälfte des Kopfes: Schädel vom Wels; zerkochen in Öl, damit salben den Kopf an 4 Tagen. (pEbers 250)
pEbers 251 (47,15 - 48,3)
Das Wissen [davon], was gemacht wird aus der dgm-Pflanze (=Rhizinus), wie es vorgefunden wurde in den Schriften der alten Zeit, zum Nutzen für die Menschen:
Wenn man ihre Wurzeln zerkleinert in Wasser und gibt dies auf den Kopf von jemandem, welcher krank ist, so wird er sofort gesund wie einer, der nicht krank ist.
Wenn ferner ein bißchen von ihrer Frucht mit Bier zerkaut wird vom Mann, der die whj des Kots hat, dann ist dies das Beseitigen des Leidens im Bauch des Mannes.
Was ferner anbetrifft das Wachsenlassen der Haare einer Frau durch ihre (=der Pflanze) Früchte: Es werde zerkleinert, es werde eine einheitliche Masse [daraus] gemacht, es werde auf Öl gegeben; dann soll sie (=die Frau) ihren Kopf damit salben.
Wenn man ferner macht ihr Öl aus ihren Früchten, um zu salben denjenigen, welcher eine wHAw-Krankheit (=Hautausschlag?) hat und behaftet ist mit schlimmen jTTt und HwAw (=Fäulnisgeruch?), dann kommen die rjwmw zum Stillstand wie bei einem, dem nicht irgendetwas geschehen ist.
Wirklich vorzüglich, millionenfach.
pEbers 269 (52,1 - 52,7 = 25,3 - 25,8)
Wenn Du betrachtest einen mit Schleimstoffen und mit Schneiden, hart ist sein Bauch deshalb, und er leidet an seinem Magen, dann sind seine Schleimstoffe in seinem Bauch, sie finden nicht ihren Weg für das Hinausgehen. Auch existiert kein Weg, daß sie hinausgehen könnten. Dann verfaulen sie in seinem Bauch, denn sie kommen nicht heraus, und sie werden zu Gewürm. Dann werden sie vollständig zu Gewürm, um (später) zu Abgestorbenem in ihm zu werden. Werden sie ausgeschieden durch ihn, sofort geht es ihm besser.
Wenn er sie nicht als Gewürm ausscheidet, dann sollst Du für ihn bereiten Mittel für das Ausscheiden, so daß es ihm sofort besser geht.
pEbers 284 (50,21 - 51,3)
Anfang von den Heilmitteln für das Veranlassen, daß das Herz Brot entgegennehme: Fettes Fleisch 1/16, Trw-Mineral 1/32, Feigen 1/8, Samen des Wacholders 1/16, Weihrauch 1/64, Kümmel 1/64, smt1/64, tjam-Pflanze 1/16, Fett der Gans 1/8, jSd-Frucht 1/8, Dsrt-Bier 5, süßes Bier 25, es werde getrunken.
pEbers 301-304 (52,17 - 52,22)
Ein anderes Heilmittel zum Vertreiben der Krankheit in jedem Körperglied des Mannes: gemaischter Pflanzenschleim; fein zerreiben, indem es gemischt wird mit fermentiertem Pflanzenschleim; damit verbinden. (pEbers 301)
Ein anderes (Heilmittel) zum Beseitigen der Bitternis (=dämonische Krankheit): Koloquinthe; zerreiben auf Honig; trinken auf/mit Bier. (pEbers 302)
Ein anderes (Heilmittel) zum Abwehren der Entzündungen: Frosch; zerkochen in Öl; damit salben. (pEbers 303)
Ein anderes (Heilmittel): Kopf des Ddb-Fisches; zerkochen in Öl, dem Mann auf sein "Fleisch" geben. (pEbers 304)
pEbers 305-307 (53,1 - 53,6)
Anfang der Heilmittel für das Beseitigen des Hustens: Frische Koloquinthe; in das Wasser in einen neuen Topf geben, trinken an vier Tagen. (pEbers 305)
Ein anderes (Heilmittel): Koloquinthe, kochen in süßem Bier, 5 trinken an vier Tagen. (pEbers 306)
Ein anderes (Heilmittel): Du sollst ansetzen einen "gehälfteten Topf", seine eine Hälfte mit Wasser, die (andere) Hälfte mit Koloquinthe. Dann sollst Du veranlassen, daß er vier Tage verbringe: er verbringe den Tag im Licht, er verbringe die Nacht im Tau. Dann sollst Du veranlassen, daß man 1/4 von 5 abgieße aus diesem "gehälfteten Topf", es werde veranlaßt, daß es trinkt derjenige, welcher Husten hat, an vier Tagen, so daß er sofort gesund wird. (pEbers 307)
pEbers 415 (62, 18 - 62, 22)
Ein anderes (Heilmittel) für das Beseitigen der Bewölkung des Auges, der Dunkelheit, der Schwachsichtigkeit und der (dämonischen) Einwirkung, die in beiden Augen entsteht: faules Holz 1, Grünspan 1, Mehl der Koloquinthe 1, Blatt der Dornakazie 1, Harzperle des Afrikanischen Ebenholzbaumes 1, Wasser der obw-Pflanze 1; zu einer einheitlichen Masse machen, zu einem Teig machen, trocknen, zerstoßen über Wasser, auf die Außenseite der beiden Augen (=Lider?) geben.
pEbers 432/433 (64,5 - 64,8)
Ein anderes (Heilmittel) gegen den Biß von Menschen: Bodensatz der anDw-Schüssel, Porree; zerkleinern, zu einer einheitlichen Masse machen, damit verbinden. (pEbers 432)
Ein anderes, zweites Heilmittel: Weihrauch 1, gelber Ocker 1, Galle der Ziege 1; zu einer einheitlichen Masse machen, damit verbinden. (pEbers 433)
pEbers 437-443(64,14 - 64,21)
Anfang der Heilmittel zum Beseitigen der xnsyt-Krankheit (=nässender Ausschlag?) am Kopf: Rhizinussamen 1, Fett 1, Behen-Öl 1, zu einer einheitlichen Masse machen, aufstreichen an jedem Tag. (pEbers 437)
Ein anderes (Heilmittel): sArj-Pflanze; zerkleinern auf Honig, damit verbinden. (pEbers 438)
Ein anderes (Heilmittel): Ocker 1, Honig 1; damit verbinden. (pEbers 439)
Ein anderes (Heilmittel): jnr-spdw-Stein 1, Dattelsaft 1, Spnn-Frucht (=Mohn?)1, Honig 1, Snft-Frucht 1; zu einer einheitlichen Masse machen, damit salben. (pEbers 440)
Ein anderes (Heilmittel): Honig 1, Dattelsaft 1, Snft-Frucht 1; damit salben. (pEbers 441)
Ein anderes (Heilmittel): Ocker 1, Öl 1, Koloquinthe 1; zu einer einheitlichen Masse machen, damit salben. (pEbers 442)
Ein anderes (Heilmittel): Haut des Nilpferds - zerkocht 1, Öl 1, Spnn-Frucht (=Mohn?)1, Koloquinthe 1; zu einer einheitlichen Masse machen, damit salben. (pEbers 443)
pEbers 464-469 (66,7 - 66,19)
Anfang der Heilmittel für das Wachsenlassen der Haare: Zerkleinerte sAr-Pflanze 1 auf Öl 1; in Wasser vom pAw-a-Gewässer geben, damit salben. (pEbers 464)
Ein anderes (Heilmittel) für das Wachsenlassen der Haare eines Kahlköpfigen: Fett des Löwen 1, Fett des Nilpferds 1, Fett des Krokodils 1, Fett des Katers 1, Fett einer Schlange 1, Fett des Nubischen Steinbocks 1; zu einer einheitlichen Masse machen, damit salben den Kopf des Kahlen. (pEbers 465)
Ein anderes (Heilmittel) für das Wachsenlassen der Haare bei nsso-Krankheit: Haar des Stachelschweins; zerkochen in Öl, damit salben den Kopf an vier Tagen. (pEbers 466)
Ein anderes (Heilmittel): Ocker - zerschlagen in Gallenflüssigkeit 1; daran geben. Aufgeschnittene afA-Pflanze; daran geben. Das in einer Muschel Befindliche, zerschlagen in Ladanum 1; daran geben. (pEbers 467)
Ein anderes Heilmittel für das Wachsenlassen der Haare, gemacht für Schesch, die Mutter der Majestät des Königs von Ober- und Unterägypten (Teti)|, der Gerechtfertigte: Bein einer Windhündin 1, Kerne von Datteln 1, Huf eines Esels 1; tüchtig kochen in einem DADA-Topf in Öl; damit salben. (pEbers 468)
Ein anderes (Heilmittel): Schwarze Eidechse; zerschlagen wie ein metallenes kAt-mtrxt-Gefäß, kochen in Öl, damit salben. (pEbers 469)
pEbers 476 (67,3 - 67,4)
Es (=das Haar) ist zu beseitigen folgendermaßen: Panzer der Schildkröte; zerkochen, zerreiben, auf Fett vom Bein des Nilpferds geben, damit salben, sehr sehr sehr oft.
pEbers 477-479 (67,7 - 67,13)
Anfang der Heilmittel zur Behandlung der Leber: Feigen 1/8, jSd-Frucht (=Schwarze Brustbeere?) 1/8, Sspt (=Kerne?) der Weintrauben 1/16, geritzte, reife Sykomorenfrüchte 1/8, Samen der xAsyt-Pflanze (=Zaunrübe?) 1/16, Gummiharz 1/32, Weihrauch 1/64, smt1/64, Wasser 15, nachts dem Tau aussetzen, durchpressen, trinken an 4 Tagen. (pEbers 477)
Ein anderes (Heilmittel): Feigen 1/8, Rosinen 1/8, prt-Snj (=eine Nuß?) 1/16, jsw-Pflanze (=Schilfrohr?) 1/16, Weihrauch 1/64, gelber Ocker 1/32, Wasser 1/32; ebenso. (pEbers 478)
Ein anderes (Heilmittel): Blätter des Lotos 1/8, Wein 20, Mehl von Christusdornfrüchten 1/8, Feigen 1/8, Milch 1/16, Wacholderbeeren 1/16, Weihrauch 1/64, süßes Bier 20; nachts dem Tau aussetzen, durchpressen, trinken an 4 Tagen. (pEbers 479)
pEbers 487 (68,5 - 68,7)
Ein anderes (Heilmittel) zum Behandeln einer Brandwunde an irgendeinem Körperglied des Mannes:obw-Pflanze 1, Sellerie 1, Terpentin der Konifere 1, sfT-Öl 1; zerreiben und damit verbinden. (pEbers 487)
pEbers 491 (68,12 - 68,15)
Ein anderes (Heilmittel) für die Verbrennung (="Flamme, Feuer"), welche faulig ist: Kupfergranulat 1, grüne Augenschminke 1, (roter) Ocker 1, frischer Weihrauch 1, Kümmel 1, (gelber) Ocker 1, Gummiharz 1, Wachs 1, tjSps-Baum (=Kampferbaum?)1, XsAyt-Balsam 1, Myrrhenharz 1, sfT-Öl 1, Honig 1; fein zerreiben, zu einer einheitlichen Masse machen, damit verbinden. (pEbers 491)
pEbers 510 (69,18 - 69,19)
Heilmittel zum Beseitigen der Striemen von Schlägen: Honig, Galle vom Rind, Gips(?) vom Töpfer, Saft der sArj-Pflanze, Dattelsaft; kochen und damit verbinden. (pEbers 510)
pEbers 515 (70,1 - 70,2)
Beginn der Heilmittel zum Gesundmachen einer Wunde, die dem Körper zugefügt ist: Verbandstoff, befeuchten mit Weihrauch und Honig, auf sie legen für 4 Tage. (pEbers 515)
pEbers 520 (70,9 - 70,10)
Ein anderes (Heilmittel) für das Trocknen der Wunde: Weihrauch 1, Koloquinthe 1, Fett des Rindes 1; zerreiben, darauf geben. (pEbers 520)
pEbers 533 (71,7 - 71,8)
Ein anderes (Heilmittel) zum Wachsenlassen des Gewebes/Fleisches: schwarze Augenschminke 1, Fett des Rindes 1, XpA aus Malachit 1, Honig 1; zerreiben zu einer einheitlichen Masse, damit verbinden. (pEbers 533)
pEbers 546/547 (72,3-72,7)
Ein anderes (Heilmittel) zum Beseitigen der Blasenkrankheit an irgendeinem Körperglied des Mannes: Harz der Föhre 1, sfT-Öl 1, XsAjt-Balsam 1, Schulp 1, Ocker 1, Ruß 1, Wasser; fein zerreiben, zu einer einheitlichen Masse mischen, damit salben. (pEbers 546)
Ein anderes (Heilmittel): nördliches Salz 1, Pflanzenschleim 1, rotes Natron 1, Fett 1; damit salben, sehr oft. (pEbers 547)
pEbers 611 - 613 (77,14 - 77,18)
Ein anderes [Heilmittel] für das Beseitigen der Aufschwemmung (=Unterschenkelödem?) des Mannes: wAdw-Pflanze vom Felde, Kaulquappen des Wassergrabens; zerkochen in Öl, damit salben die beiden Beine. (pEbers 611)
Was gemacht wird gegen die Kniescheibe, wenn sie schmerzt: SASA-Pflanze; zerreiben, indem es gemischt ist mit Wasser der mstA-Flüssigkeit; damit verbinden, (so daß) sie gesundet. (pEbers 612)
Ein anderes [Heilmittel] für das Gesundmachen der Fußknöchel, die schmerzen: Fett 1, Honig 1, Weihrauch 1, XpAw des Malachits 1, trockene Myrrhe 1; kochen, damit verbinden. (pEbers 613)
pEbers 838/839 (97,13 - 97,15)
Ein anderes Erkennen eines Kindes (am) Tag, an dem es geboren wird: Wenn es sagt ny, bedeutet es, daß es lebt. Wenn es sagt mbj, bedeutet es seinen Tod.
Ein anderes Erkennen: Wenn man seine Stimme ächzend hört, bedeutet es seinen Tod. Wenn es das Gesicht nach unten gibt, so bedeutet es auch seinen Tod.
Liste medizinischer Papyri und OstrakaPapyrus Berlin 13602 - Schwangerschaftsverhütung
Papyrus Berlin 3027 - Beschwörungsformeln zum Schutz von Mutter und Kind
Papyrus Berlin 3038 - Darmparasiten, Erkrankungen der weibl. Brust, Hämaturie, Husten etc.
Ostrakon Berlin P5570 - verschiedene Rezepte ohne Zuordnung
Papyrus Budapest 511961 - Abhandlung zur Dämonologie
Papyrus Chester Beatty V - 3 Rezepte gegen Migräne, „für die Krankheit im halben Kopf“
Papyrus Chester Beatty VI - Erkrankungen des Rektums
Papyrus Chester Beatty VIII - „Gegenzauber gegen tödliche Magie“
Papyrus Chester Beatty XV - „Heilmittel für das Beseitigen des Durstes [...] im Munde“
Papyrus Carlsberg VIII - gynäkologische Vorschriften + Prognosen zum Geburtsverlauf
Ostrakon Deir-el-Medineh 1062 - "ein Salbmittel für das Beseitigen der HAw"
Ostrakon Deir-el-Medineh 1091 - "Beseitigen der srt in jedem Körperglied"
Papyrus Ebers - Ein umfangreiches „Heilbuch“ zur gesamten Medizin, oder sogar ein Nachschlagewerk?
Papyrus Hearst - Herz-, Harnblasenerkrankungen, eitige Entzündungen, Zahnabszesse, Tierbisse etc.
Papyrus Kahun - wichtigste gynäkologische/geburtshilfliche Abhandlung
Papyrus Kahun - veterinärmedizinische Rezepte
Papyrus Leiden 1343/1345 - magische Formeln
Papyrus London - magische Formeln gegen Augenkrankheiten, Verbrennungen, Frauenleiden etc.
Ostrakon Louvre - Rezept gegen „einen Toten im Ohr“
Papyrus Louvre E4864 - Einzelrezepte für den Bauch
Papyrus Ramesseum III - Kinderkrankheiten
Papyrus Ramesseum IV - Gynäkologie
Papyrus Ramesseum V - Leiden der Bänder, Muskeln, Sehnen und Nerven
Papyrus Smith - Traumatologie
Papyrus Turin 31+77 - Rezept gegen Skorpionsgift